Natur erleben

Natur erleben

Gestern morgen verhieß trotz einem tollen Sonnenaufgang in Cuxhaven ein Blick in Richtung Himmel über der Ostsee nicht nur Gutes. Die Wettervorhersage spricht von Gewitter und heranziehendem Orkantief in den nächten Tagen. IMG_0543.JPGDa wir ja nun aber schonmal hier sind, wird auch nicht überlegt und an Bord der im Winter einzigen Helgolandfähre “MS Funny Girl” gegangen. Wenn man da nun so über die Wellen schaukelt, wundert man sich zunächst, dass das Bistro an Bord plötzlich den Betrieb einstellt und der Kapitän darauf aufmerksam macht, man möge doch bitte seine Habseligkeiten zusammenhalten. Schon bald wird klar, was die Besdatzung schon wusste, wir ahnten, jedoch bis dato erfolgreich verdrängten: es wird ungemütlich. Immer mehr Menschen drängen an die frische, wenn auch stürmische Luft nach draußen, Tütchen werden verteilt und die Gesichtsfarbe der meisten Mitreisenden ist irgendwie gar nicht mehr so rosig. Ich selbst schlage mich ganz gut, schaue dem Spiel der Wellen mit dem Boot zu und versuche mich in kurzen Gesprächen. Wirklich wohl ist es jedoch keinem – erst als endlich die ersten Spitzen von Helgoland vor uns im Nebel unter schwarzen Wolken auftauchen, steigt die Stimmung.

Noch ein heftiger Haken kurz vor der Hafeneinfahrt und dann ist es geschafft. Doch, was ist das? Alles weiß? Sind wir tatsächlich im Norden? Auf einer Insel? Die durchziehenden Gewitter bringen immer wieder auch Hagel mit sich und bringen ein wenig winterliche Stimmung mit auf das windgebeutelte Fleckchen Erde.

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Die Zeit auf der Insel selbst war echt sehr entspannt. Nur enige Menschen sind um diese Jahreszeit hier und alles scheint im Winterschlaf. Dennoch bekommen wir nach einem kurzen Inselrundgang und Einkauf im kleinen Lebensmittellädchen im Restaurant um die Ecke ein leckeres Abendessen serviert. Den Abend lassen wir dann gemütlich bei viel Fachsimpelei über allerlei lustige Fotodinge ausklingen.

Am nächsten Morgen steht dann fest, dass es sehr unwahrscheinlich wird, dass vor dem Wochenende noch eine Verbindung auf das Festland möglich ist. Ich fälle deshalb schweren Herzens die Entscheidung bereits an diesem Tag, dem Dienstag, wieder zurückzufahren. Die Zeit von morgens bis zur Abfahrt des Schiffes, die bereits um zweieinhalb Stunden nach vorn verlegt wurde, wollte ich dennoch nicht ungenutzt lassen und der Düne, einer kleinen Nebeninsel von Helgoland, einen Besuch abstatten. Dazu gibts dann in einem separaten Beitrag mehr.

Während all die “Inselflüchtlinge” auf das Schiff zurück warten, merkt man schnell, dass das Wetter umschlägt. Der Wind frischt zunehmend auf und die Wellen werden zusehends mehr. Als das Schiff endlich ankommt, die Notration für die nächsten Tage auf der Insel ausgeladen ist und das Gepäck sicher verstaut ist, geht es dann auch zurück gen Cuxhaven. Erstaunlicherweise wesentlich ruhiger als die Hinfahrt, aber man spricht allgememein von der “Ruhe vor dem Sturm”. Dieser zieht ab heut Abend herein und keiner weiß, wie lange er bleibt. Offiziell sind zumindest die Fährverbindungen am Mittwoch und Donnerstag bereits gestrichen – also auch meine.

Somit habe ich alles richtig gemacht, denke ich. 🙂

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